Kangakai
Institution · art society · Tokyo · founded February 1884
Der Kangakai (鑑画会, «Gesellschaft zur Betrachtung von Malerei») wurde im Februar 1884 in Tokio von Ernest Fenollosa, Okakura Kakuzō und einer Gruppe japanischer Maler gegründet.1 Nach der japanischen Wikipedia waren es Kuki Ryūichi, Okakura, Imaizumi Yūsaku und andere Beamte des Unterrichtsministeriums, die sich vom Ryūchikai (龍池会, gegründet 1878) trennten, wo Fenollosas Eintreten für eine Verbindung japanischer und westlicher Malerei zum Streit geführt hatte.2 Anfangs war der Kangakai ein monatliches Forum, in dem alte und zeitgenössische Werke besprochen wurden; Fenollosa begutachtete dort alte Kunst.3 Noch 1884 richtete sich die Gesellschaft neu aus, um lebende Maler zu fördern. Ihre erste große Ausstellung im Januar 1885 zeigte siebzig Bilder von zehn zeitgenössischen Malern; die zweite 1886 fand gute Kritiken und sah in dreieinhalb Tagen zweitausend Besucher.4 So wurde der Kangakai zum wichtigsten Forum der neotraditionellen japanischen Malerei.5 Hōgai und Gahō Auf den Ausstellungen des Kangakai lernten Fenollosa und Okakura Hashimoto Gahō und Kanō Hōgai kennen, zwei in der Kobikichō-Linie der Kanō-Schule ausgebildete Maler, die seit der Meiji-Restauration in Not geraten waren. Ihre Bilder verbanden traditionelle Themen wie Landschaften und buddhistische Gestalten mit westlicher Schattierung und Perspektive und prägten die erste Generation der Nihonga.6 Zu den 35 Malern, die beim Kangakai ausstellten, gehörten auch Ogata Gekkō, Watanabe Shōtei und der junge Shimomura Kanzan, ein Schüler Hōgais.7 Programm und Ende 1887 unterschied Okakura in einer Rede vor dem Kangakai vier Wege für Japans Malerei; das bloße Festhalten am Alten, wie es die Konservativen des Ryūchikai vertraten, bedeute Stillstand.8 Fenollosa und Okakura gehörten 1886 zur Kommission, die eine staatliche Kunstschule vorbereitete.9 Mit der Gründung der Kunstschule in Tokio 1887, die 1889 den Unterricht aufnahm, löste sich der Kangakai von selbst auf.10 Gahō und Hōgai wurden an die Schule berufen, und der Kreis um Okakura, Fenollosa und Kuki gab ab Oktober 1889 die Zeitschrift Kokka heraus.11 Weiterführende Literatur Chelsea Foxwell, Making Modern Japanese-Style Painting. Kano Hōgai and the Search for Images, Chicago: University of Chicago Press 2015. — zu Hōgai, dem Kangakai und den Anfängen der Nihonga John B. Pickhardt 2012, S. 32. ↩ Wikipedia, 鑑画会. ↩ John B. Pickhardt 2012, S. 32, und Wikipedia, 鑑画会. ↩ John B. Pickhardt 2012, S. 32. ↩ Ebd., S. 33. ↩ Ebd., S. 33. ↩ Wikipedia, 鑑画会, und Wikipedia, 下村観山. ↩ John B. Pickhardt 2012, S. 35. ↩ Ebd., S. 39. ↩ Wikipedia, 鑑画会. ↩ John B. Pickhardt 2012, S. 41, 43. ↩ Literatur John B. Pickhardt 2012: John B. Pickhardt, Competing Painting Ideologies in the Meiji Period, 1868–1912, MA thesis (History) Honolulu: University of Hawaiʻi at Mānoa 2012. Wikipedia, 下村観山: Anon., 下村観山, in: Wikipedia (日本語), https://ja.wikipedia.org/wiki/%E4%B8%8B%E6%9D%91%E8%A6%B3%E5%B1%B1 (zuletzt abgerufen am 28.10.2026). Wikipedia, 鑑画会: Anon., 鑑画会, in: Wikipedia (日本語), https://ja.wikipedia.org/wiki/%E9%91%91%E7%94%BB%E4%BC%9A (zuletzt abgerufen am 28.10.2026).