Inhalte erfassen
Der Inhalt: von Dateien zur Datenbank
Anfangs lag der Inhalt als YAML-Dateien im Ordner content/ auf GitHub, eine Datei pro Eintrag, und wurde bei jeder Veröffentlichung in die Datenbank importiert. Mit dem CMS stellte sich die Frage, wo der Inhalt eigentlich "lebt": Würde der Import weiterlaufen, würde er bei der nächsten Veröffentlichung jede Änderung aus dem CMS wieder überschreiben. Ich habe mich deshalb entschieden, dass ab dem CMS (2026-09-28) die Datenbank die massgebliche Quelle ist. Die YAML-Dateien sind seither ein lesbarer Export, der jede Nacht automatisch auf GitHub gespeichert wird ("Content snapshot"). So lässt sich der Inhalt auch ohne Datenbank nachlesen.
Testdatensatz
Für den Test der Datenbank wurde ein Testdatensatz verwendet. Er umfasste anfänglich 44 Einträge rund um Van Gogh, Gauguin, Hokusai, Hiroshige und den Japonismus, mit 58 Beziehungen. Dieser erste Datensatz wurde von der AI aus ihrem eigenen Wissen erstellt und musste deshalb von mir geprüft werden. Seither wurden die Datenbanken laufend weiter gefüttert. Über die API lassen sich die Daten direkt abrufen:
- Alle Künstler:innen: api.arthistory.piogino.ch/v1/artists
- Eine Künstlerin oder ein Künstler: api.arthistory.piogino.ch/v1/artists/vincent-van-gogh
- Kunstwerke im gleichen Format: api.arthistory.piogino.ch/v1/artworks/the-great-wave-off-kanagawa
- Orte im gleichen Format: api.arthistory.piogino.ch/v1/places/arles
- Die Suche, auch mit Tippfehlern: Statt nach "Hokusai" wird nach "Hokusia" gesucht und dennoch das korrekte Resultat angezeigt: api.arthistory.piogino.ch/v1/search?q=hokusia
- Aufenthalte während eines Zeitraumes: api.arthistory.piogino.ch/v1/map/presence?from=1888&to=1888
GeoJSON
Die Darstellung der Bewegung von Personen und Objekten konnte schon vor dem Frontend getestet werden. In geojson.io kann der vollständige Eintrag von Van Gogh api.arthistory.piogino.ch/v1/map/artists/vincent-van-gogh eingefügt werden. Er zeigt Van Goghs Orte und seine Route (Zundert → London → … → Auvers). Japan erscheint als Punkt, ist aber nicht Teil der Route, da Van Gogh nie dort war. Facharbeit-1790625525635.webp
Wikidata
Wikidata ist ein Schwesterprojekt von Wikipedia und bietet eine geeignete Struktur, um Daten und insbesondere Bilder (mit sicherer Lizenz) auf die Website zu importieren. Auf Wikidata hat jeder Eintrag eine ID, welche mit "Q" startet, zum Beispiel Q5582 für Vincent van Gogh. Die Wikidata-ID ist auch ein Schutz vor Duplikaten: Jede ID kann in meiner Datenbank nur einmal vergeben werden. Jeder Eintrag im CMS hat einen Knopf "Wikidata…", der die eigenen Daten Feld für Feld mit Wikidata vergleicht. Dabei gelten zwei Grundsätze: Nichts wird ohne meine Prüfung übernommen, und meine eigenen Angaben haben Vorrang vor Wikidata. Für jedes abweichende Feld kann ich wählen zwischen "Wikidatas Wert übernehmen", "meinen behalten" oder "später entscheiden". Vorausgewählt ist die Übernahme nur bei leeren Feldern. Entscheide ich mich für "meinen behalten", merkt sich das System diese Entscheidung und fragt erst wieder, wenn sich der Wert bei Wikidata ändert. Daten werden mit ihrer Genauigkeit übernommen, "circa" bleibt erhalten, und Daten aus dem julianischen Kalender werden umgerechnet. Wikidata schlägt zudem Beziehungen vor (Geburtsort, Lehrer:innen, Strömungen, Besitzer:innen …) und verknüpft sie mit bestehenden Einträgen, statt Duplikate anzulegen. Fehlende Einträge werden nur erstellt, wenn ich es ausdrücklich ankreuze. Übernommene Werte erhalten automatisch Wikidata als Quelle. Seit 2026-10-06 werden beim ersten Erstellen eines Kunstwerks über Wikidata auch die Bilder übernommen. Wikidata ist nicht immer zuverlässig. So enthielten die alternativen Titel von "The Starry Night" auch Varianten wie "The Starry Night by Vincent van Gogh"; alternative Namen werden deshalb nie automatisch vorausgewählt. Bei Irène Cahen d'Anvers schien es zuerst zwei Wikidata-Einträge für dieselbe Person zu geben (Q3937570 und Q109293376). Das stimmt nicht: Der eine Eintrag ist das Bild von Renoir, der andere die Person, für die dasselbe Bild verwendet wird.
Abgleich mit weiteren Datenbanken
Mit dem Hinzuziehen von verlässlicheren Datenbanken, die aber vielleicht weniger Daten haben, liegt es nahe, dass automatische Vergleichsanfragen an diese Datenbanken geschickt werden, um, wo anwendbar, die Daten zu überprüfen, zu korrigieren und mit der verlässlicheren Quelle zu belegen. Mit dem Vergleich soll es direkt möglich sein, die neue, bessere Quelle zu übernehmen und gegebenenfalls neue Informationen oder Beziehungen zum Eintrag hinzuzufügen. Dieser Vergleich war zuerst mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) und SIKART geplant. Facharbeit-1791808339860.webp
Seit 2026-10-12 ist der Vergleich mit der GND (über lobid.org) und mit SIKART eingerichtet. Dazu kamen die Library of Congress, die Bibliothèque nationale de France und das RKD (Niederländisches Institut für Kunstgeschichte). Die Seite "Enrich" fasst Wikidata, GND und SIKART in einer Prüfung zusammen. Die Getty-Datenbank ULAN lässt sich nur verlinken, da ihre Schnittstelle keine automatischen Anfragen zulässt. Für die Suche nach Bildern stehen neben Wikimedia Commons das Rijksmuseum, Japan Search, das SMK und weitere offene Sammlungen zur Verfügung; Europeana, das Smithsonian und DigitaltMuseum erst, wenn ich dafür eigene API-Schlüssel beantragt habe. Seit 2026-10-18 ist zudem die Database of Modern Exhibitions (DoME) mit den Ausstellungen von 1905–1915 angebunden. Bei der Provenienz verlinkt das CMS auf den Getty Provenance Index, Lost Art, Proveana und das ERR-Projekt zum Jeu de Paume.
SIK-ISEA
SIK-ISEAs Forschungsportal SIKART hat keinen dokumentierten öffentlichen Datendienst, aber das Portal lädt seinen gesamten Inhalt von einer API (api.recherche.sik-isea.ch). Diese erlaubt das Senden automatischer Anfragen über das Backend beim Erstellen eines Eintrags. Da das SIK-ISEA eine Forschungseinrichtung ist, wird die Quelle als "scholarly" eingestuft und steht damit im Zweifel sogar über den Angaben eines Museums.
Quellenangaben
Die Nachvollziehbarkeit der Daten auf meiner Seite gehört zu den wichtigsten Aspekten. Jede einzelne Angabe zu einem Eintrag soll eine Quelle verlinkt haben. Damit ist volle Transparenz über die Herkunft und Qualität der Angaben möglich. Die Quellen werden mit Markern direkt an die Angaben geheftet. Damit umgehen wir lange sichtbare Links im Text oder eine aufgeblähte Anzahl an Fussnoten. Die Marker geben auf einen Blick einen Eindruck über die Art und Qualität der Quelle. Fährt man mit der Maus darüber oder tippt darauf, erscheinen die Quellenangaben mit Link, Seitenzahl und Abrufdatum. Folgende sind die Marker auf der Website und ihre Bedeutungen, von der zuverlässigsten Art an:
| Marker | Bedeutung |
|---|---|
| P | Primärquelle: Archiv, Brief |
| L | Literatur und wissenschaftliche Datenbanken: Werkverzeichnis, Bücher, Artikel, SIKART |
| M | Institution: Website eines Museums, Sammlungsdatenbank |
| D | andere Datenbank, z.B. Normdateien |
| W | aggregierte Datenbank (Wikidata) |
| T | eine Notiz in Worten, nicht überprüft |
Im CMS gibt es zusätzlich zwei Zeichen: + bedeutet, dass für diese Angabe noch keine Quelle erfasst ist (ein Klick öffnet das Formular für eine Quelle), und ! bedeutet, dass sich der Wert verändert hat, seit die Quelle angegeben wurde. Seit 2026-10-14 lässt sich bei einem ! mit "Yes, it still does" bestätigen, dass die Quelle den neuen Wert weiterhin stützt. Facharbeit-1791969764227.webp Auf der Website erhalten veraltete Quellen keinen Marker und werden am Schluss der Liste als "value changed since" aufgeführt. Beim Import von Wikidata werden die Quellen und Links automatisch erstellt. Beim Vergleich mit anderen Datenbanken wie SIKART ist dies ebenfalls möglich. Beim Vergleich mit Museen muss ich die Quellenangabe von Hand machen. Dass das Quellen-Interface sich die zuletzt verwendeten Quellen merkt und als Schnellauswahl vorschlägt, macht den Prozess etwas schneller und einfacher. Seit 2026-10-09 lädt die Seite zudem nicht mehr bei jeder Bearbeitung eines Markers neu. Wenn beispielsweise eine Wikidata-Quelle mit einer Museumsquelle verglichen wurde, kann die Museumsquelle als zweite Quelle hinzugefügt werden. Es kann aber auch die Wikidata-Quelle gelöscht werden, damit nur noch eine Quelle für die Angabe dasteht. Dies ist von der Nutzerin oder dem Nutzer selbst zu entscheiden. Ich tendiere aktuell dazu, die Wikidata-Quellen zu löschen, aber Quellen von Museen und Fachliteratur oder wissenschaftlichen Datenbanken nebeneinander stehen zu lassen. Mehr ist in diesem Kontext vermutlich besser. Beim Erstellen eines neuen Eintrags kann seit 2026-10-19 im Abschnitt "Source" des Formulars gleich eine Quelle angegeben werden: der Link der Seite, eine Quelle aus dem Literaturverzeichnis (auch eine der zuletzt verwendeten) oder eine Notiz in Worten, mit Seitenzahl. Diese Quelle wird für alle Felder hinterlegt, die ausgefüllt wurden. So muss ich bei einem Werk, das ich von der Website eines Museums übernehme, nicht jedes Feld einzeln belegen. Danach lässt sich die Quelle pro Feld mit den Markern anpassen. Ist die Quelle nicht verwendbar, etwa ein unbekannter Eintrag des Literaturverzeichnisses, wird der Eintrag nicht erstellt und das Formular zeigt eine Meldung.
Literaturverzeichnis und Fussnoten
Seit 2026-10-06 ist die Fachliteratur im Literaturverzeichnis (Bibliography) erfasst, damit ich problemlos auf sie verweisen kann. Im Text werden Quellen als Fussnoten nach dem Leitfaden des Kunsthistorischen Instituts der Universität Zürich gesetzt, mit [[source/…|S. 12]]. Bücher lassen sich über ihre ISBN oder DOI automatisch erfassen. Auch ein Zeitungsartikel lässt sich so verlinken, indem er als Quelle der Art "web" erfasst und in der Beschreibung als Fussnote zitiert wird. Stand 2026-10-23 umfasst das Literaturverzeichnis 109 Quellen.
Welche Angaben brauchen eine Quelle?
Quellenangaben sind etwas vom Wichtigsten in der Wissenschaft. In diesem Projekt sehe ich mich immer wieder mit der Frage konfrontiert, welche Inhalte welche Quelle haben. Idealerweise hat jedes einzelne Feld eine Quellenangabe, das ist jedoch vermutlich weder praktikabel noch hilfreich. Der Name einer Person oder vielleicht auch deren Geburts- und Todesjahr benötigen vielleicht keine Quelle, während eine Aussage über ihre Tätigkeit oder ihren Wohnort sicher mit einer Quelle zu versehen ist. Eine abschliessende Entscheidung darüber, welche Felder zwingend eine Quelle benötigen, habe ich noch nicht getroffen (siehe Offene Punkte).
Verhütung doppelter Einträge
Mit dem Anwachsen der Datenbanken, dem Verstreichen von Zeit und der Möglichkeit, weitere Administrator:innen hinzuzufügen, steigt auch das Risiko, dass Kunstwerke, Personen oder Orte erfasst werden, die bereits einen Eintrag haben. Dieses Risiko steigt zudem für Orte, da diese teilweise automatisch erstellt werden, wenn ein Museum oder ein Kunstwerk mit festem Ort registriert wird. Damit das Risiko von doppelten Einträgen so klein wie möglich bleibt, ist eine Strategie notwendig, und diese Strategie muss sich von Datenbank zu Datenbank unterscheiden. Es ist für jede Datenbank zu bestimmen, welche Indikatoren für einen doppelten Eintrag sprechen und welche deutlich dagegen.
| Typ | Spricht für "gleich" | Spricht dagegen |
|---|---|---|
| Kunstwerk | gleiche:r Künstler:in, überlappende Daten, gleiche Institution, Masse innerhalb von ~1 cm | andere:r Künstler:in, deutlich andere Masse |
| Künstler:in / Person | überlappende Lebensdaten, gleicher Geburtsort | unterschiedliche bekannte Geburtsjahre |
| Ort | gleiche Art innerhalb weniger km | weit voneinander entfernt |
| Institution | innerhalb von ~1 km, gleiche Website | andere Stadt |
| Quelle | gleiche:r Autor:in, gleiches Jahr und gleicher Titel (später ISBN/DOI) | anderes Jahr |
Die fiktiven Werke "Untitled" von Gauguin und "Untitled" von Munch würden nie eine Warnung auslösen. Sind es jedoch zwei Werke "Untitled" von Munch aus demselben Jahr, beispielsweise 1902, mit unbekannten Massen, so wird ein mildes "please check" angezeigt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass zwei solche Werke existieren, insbesondere mit dem Namen "Untitled". Haben die beiden Werke jedoch unterschiedliche Masse, wird gar keine Meldung gemacht.
Werden zwei als mögliche Duplikate erkannte Einträge als "not the same" markiert, taucht die Meldung nicht wieder auf, weder bei den Werken noch auf der Seite "Quality". Handelt es sich tatsächlich um Duplikate, kann die Funktion "Merge" die Einträge zusammenführen. Dabei werden die Slugs auf den verbleibenden Eintrag weitergeleitet, sodass alle [[links]] weiterhin funktionieren, und die Aktion ist in der History nachvollziehbar. Dort kann eine solche Fusion auch wieder rückgängig gemacht werden.
Seit 2026-10-17 erkennt die Duplikatprüfung auch Namen, die gleich klingen, aber anders geschrieben werden, zum Beispiel "Gustav Rochlitz" und "Gustave Rochlits" (siehe Ähnlich klingende Namen).
Die beste Prävention von Duplikaten ist jedoch immer das möglichst vollständige Ausfüllen von Einträgen und insbesondere der Angaben, welche einer "Hard Rule" entsprechen. Diese Regeln definieren, wann ein Eintrag nur genau ein Mal existieren kann. Bei Kunstwerken ist dies die Inventarnummer der entsprechenden Institution, bei Orten der Umriss: Zwei Orte können nicht dieselbe Fläche haben. Und für alle Einträge gilt, dass eine Wikidata-ID nur ein einziges Mal verwendet werden kann. Wird eine der Hard Rules verletzt, erscheint die Meldung "already exists". Diese Warnung kann nicht umgangen werden und der Eintrag wird verunmöglicht.
Am 2026-10-08 kam es beim Werk La Route de Saint-Germain près de Marly zu einem interessanten Fall. Im Kunsthaus Zürich befinden sich Kunstwerke, welche eine Dauerleihgabe der Sammlung Emil Bührle sind (beide bei mir als Institutionen erfasst). Damit gehört das Kunstwerk zur selben Zeit zu zwei Institutionen und hat zwei Inventarnummern (in diesem Fall fast die gleichen). Ein Werk kann also mehrere Nummern haben und mehreren Institutionen zugehörig sein. Ein Werk kann aber immer nur an einem Ort physisch anwesend sein. Es ist in jedem Einzelfall zu entscheiden, wie mit Leihgaben umgegangen wird und wo das Werk schliesslich verortet wird. Wichtig ist am Ende primär, dass die Provenienz stimmt, und diese soll jede Leihgabe und jede Bewegung eines Objektes abbilden.
Ein Problem, das durch die Mehrsprachigkeit der Seite besteht, ist, dass ein Eintrag doppelt aufgenommen werden könnte, weil er in zwei unterschiedlichen Sprachen erfasst wird. Dem wird entgegengewirkt, wenn immer sauber offizielle oder eigene Übersetzungen eingetragen werden.
Erfasste Sammlungen
Nach dem Testdatensatz habe ich die Datenbank Sammlung für Sammlung gefüllt. Die Grunddaten der Werke kamen meist aus Wikidata, die Provenienz aus den Online-Sammlungen der Museen, jeder Schritt mit der Seite des Museums als Quelle. Seit 2026-10-19 gibt es dafür ein Script, das neue Einträge aus Wikidata gleich anlegt wie der Knopf "+ from Wikidata…" im CMS. Ähnliche Namen werden dabei nie automatisch übernommen.
- Kunsthaus Zürich: Die Provenienzen des Kunsthauses waren die Grundlage für mein Provenienzsystem (siehe Provenienz) und wurden am 2026-10-18 aus der Sammlung Online vervollständigt.
- Museo del Prado: Am 2026-10-19 kamen die 20 bekanntesten Werke des Prado mit ihrer Provenienz dazu.
- Wiener Sammlungen (2026-10-19/20): je 20 Werke aus dem Kunsthistorischen Museum, der Albertina, dem Leopold Museum, dem Belvedere, dem mumok und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste.
- Frankreich und Italien (2026-10-20): je 20 Werke aus dem Louvre, dem Musée d'Orsay, den Uffizien, der Galleria Borghese und der Pinacoteca di Brera sowie 20 Werke, die fest an ihrem Ort sind, insgesamt 120 Werke mit 559 Provenienzschritten.
- Werkgruppen (2026-10-22): das Schlafzimmer in Arles mit seinen drei Versionen, Hokusais "Thirty-six Views of Mount Fuji" und Van Goghs Sonnenblumen (siehe Werkgruppen).
Die Sammlungen unterscheiden sich stark darin, was sie veröffentlichen. Das Kunsthistorische Museum und die Albertina dokumentieren ausführlich, bei der Albertina etwa den Weg von Dürers Zeichnungen aus dem Kunstbuch der Familie Imhoff über Kaiser Rudolf II., die Schatzkammer und die Hofbibliothek bis zu Herzog Albert, seinen Erben und 1919 an die Republik. Beim Kunsthistorischen Museum ist Vermeers "Malkunst" ein Beispiel für die NS-Zeit: Das Werk gelangte in den Besitz Hitlers und nach dem Krieg in den Central Collecting Point München. Das mumok dagegen nennt nur das Jahr der Erwerbung und die Herkunft (etwa eine Schenkung), frühere Besitzer:innen veröffentlicht es nicht. Das habe ich bei den betreffenden Schritten so vermerkt, damit die Lücke als Lücke sichtbar bleibt. Bei der Akademie stammen 15 der 20 Werke aus dem Vermächtnis des Grafen Lamberg-Sprinzenstein von 1822. Auch die Kataloge des Louvre und der Galleria Borghese sind sehr ausführlich. Die Website des Musée d'Orsay blockiert meinen Server, deshalb wurden ihre Angaben über das Internet Archive gelesen. Bei den Uffizien, der Brera und den Werken an ihrem Ort sind die Seiten der Museen knapper, dort wurden zusätzlich die Abschnitte zur Geschichte aus der italienischen und französischen Wikipedia verwendet und als solche zitiert.
| Sammlung | Schritte | Bemerkenswerte Fälle |
|---|---|---|
| Louvre | 129 | Mona Lisa: 1518 an Salaì bezahlt, Franz I., die Krone, 1911 von Peruggia gestohlen, 1913 in Florenz wiedergefunden. Venus von Milo: 1820 von einem Bauern auf Milos gefunden, für 836 Piaster gekauft. Codex Hammurabi: von den elamischen Königen verschleppt, 1901 in Susa ausgegraben. Hochzeit zu Kana: im Frieden von Campo Formio genommen, 1815 zurückgefordert, im Tausch gegen einen Le Brun behalten. Vermeers Astronom: Verkäufe ab 1713, die Rothschilds, 1940 für Hitlers Museum in Linz beschlagnahmt, 1946 restituiert, 1983 an Steuern statt angenommen. |
| Musée d'Orsay | 145 | L'Origine du monde: Khalil-Bey, Hatvany, 1945 von sowjetischen Truppen geraubt, Lacan, 1995 an Steuern statt angenommen. Olympia: die Subskription Monets von 1890. Angelus: die Versteigerung Secrétan 1889, die American Art Association, das Vermächtnis Chauchard. Van Goghs Schlafzimmer: Matsukata, 1944 von Frankreich sequestriert, mit dem Abkommen mit Japan von 1959 behalten. |
| Uffizien | 77 | Die Medici und das Erbe der Della Rovere von 1631, Napoleons Beschlagnahmungen und die Rückgaben von 1815 (Venus de' Medici), Uccellos Schlacht von San Romano, die Lorenzo il Magnifico den Bartolini Salimbeni abnahm. Für die Medusa nennen die Quellen 1598 oder 1608, deshalb sind beide Lesarten erfasst. |
| Galleria Borghese | 94 | Die Beschlagnahmung der Gemälde des Cavalier d'Arpino 1607 (zwei frühe Caravaggios), Raffaels Grablegung, 1608 heimlich aus Perugia geholt, Domenichino, der bis zur Herausgabe seiner Diana im Gefängnis sass, Correggios Danaë über Karl V., Rudolf II., die schwedische Kriegsbeute und Königin Christina sowie die Einträge jedes Werks in den Familieninventaren von 1693, 1700, 1790 und 1833. |
| Pinacoteca di Brera | 65 | Napoleons Aufhebung der Kirchen, Raffaels Sposalizio als erzwungene Schenkung an General Lechi 1798, Mantegnas Toter Christus. |
| Werke an ihrem Ort | 49 | Das Abendmahl, die Scrovegni-Kapelle, Masaccios Trinität, das Pio Monte ("not to be sold at any price", 1613), Lascaux, die Seerosen der Orangerie, Chartres, Vence, Chagalls Decke der Opéra und weitere, jeweils mit ihrem Punkt auf der Karte. |
Für diese Provenienzen reichten die bisherigen Möglichkeiten nicht aus. Es kamen fünf neue Arten des Erwerbs dazu: "found" (ausgegraben oder zufällig gefunden), "partage" (die Teilung von Grabungsfunden), "spoils of war" (im Krieg oder durch einen Friedensvertrag genommen), "in lieu of tax" (die französische "dation") und "forced gift" (eine Schenkung unter Zwang, ohne Preis). Zudem lassen sich Preise in historischen Währungen so erfassen, wie die Quellen sie angeben: Livres, Scudi, Dukaten, Florin und Piaster. Wechselkurse gibt es dafür noch keine (siehe Preise). Die grössere Sammlung hat die Startkarte zum Absturz gebracht: Sie brach mit "timeout: Service Unavailable" ab. Seither werden die Provenienzkarten zwischengespeichert und nach jeder Änderung aktualisiert. Ihre vier Anfragen brauchen nun rund 0,1 statt 6–10 Sekunden. Diese Erfahrung war der Anlass, die Skalierung des ganzen Projekts grundsätzlich anzugehen (siehe Skalierung).